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An Gasumlage teilnehmende Unternehmen outen sich teilweise

Foto: Gas-Anschluss,

Berlin (dts) – Während das Bundeswirtschaftsministerium entgegen der Ankündigung von Ressortchef Robert Habeck (Grüne) um die zwölf an der Gasumlage teilnehmenden Unternehmen weiter ein Geheimnis macht, outen sich manche nun freiwillig. Neben Uniper beantragten auch die EnBW-Tochter VNG und der Oldenburger Versorger Ewe Geld aus der Umlage. „Für das vierte Quartal 2022 haben wir die für diesen Zeitraum um mehr als das Zehnfache der vertraglichen Beschaffungskosten liegenden Mehrkosten bei Trading Hub Europe angemeldet“, sagte der Ewe-Sprecher der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe).

„Davon sind laut Gesetz 90 Prozent erstattungsfähig. Da der Liefervertrag zum Jahresende ausläuft, haben wir für die restliche Laufzeit der Umlage keine weiteren Ansprüche geltend gemacht.“ Eine EnBW-Sprecherin sagte derselben Zeitung, die EnBW-Tochter VNG sei vom Ausfall der russischen Gaslieferungen betroffen, daher werde man die Umlage in Anspruch nehmen. Der Eon-Konzern dagegen kann die Umlage nicht nutzen: „Eon Energie Deutschland beliefert Endkunden mit Erdgas – wir sind kein Gas-Importeur und können deshalb auch keinen Anspruch auf Gelder aus der Gas-Beschaffungsumlage anmelden“, sagte ein Sprecher. Zugleich forderte er die rasche Klärung der offenen Fragen: „Bei einigen Fragestellungen rund um die Weitergabe der Umlage an die Kunden bedarf es jetzt dringend einer weiteren Konkretisierung der gesetzlichen Regelungen. Insbesondere bei Fernwärme- und Festpreisverträgen gibt es noch offene Fragen.“ Auch die restlichen Namen der teilnehmenden Firmen dürften sich wohl nicht lange geheim halten lassen. „Die Namen der entsprechenden Unternehmen können wir vor dem Hintergrund der Wahrung von Geschäftsgeheimnissen der entsprechenden Unternehmen nicht bereitstellen“, sagte eine Sprecherin des Marktkoordinators „Trading Hub Europe“ (THE) am Montag der dts Nachrichtenagentur. Zuvor war Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in einer Pressekonferenz von mehreren Journalisten auf konkrete Angaben zu den teilnehmenden Unternehmen angesprochen worden, hatte die Fragen jedoch weitgehend ignoriert. Die Namen seien „kein Geheimnis“, sagte Habeck, ohne sie dann jedoch zu nennen. Auch sein Ministerium reagierte auf Nachfragen bis zum späten Abend nicht. Bekannt ist nur, dass insgesamt zwölf Gasimporteure Mehrkosten im Umfang von insgesamt 34 Milliarden Euro angemeldet haben. Daraus resultiert eine Umlage in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde, die alle Gaskunden ab Oktober zahlen sollen.

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