Engelbecken Update: Die Jugend hat gewonnen

Gestern, am 12. Februar 2021, stand es noch unentschieden. Die Polizei räumte fünfmal – und kaum fuhren die Mannschaftswagen weg, nach maximal zwanzig Minuten, waren wieder hundert oder mehr Schlittschuhfahren auf dem Engelbecken. Und heute, am Sonnabend: „Also wir sollen Masken aufsetzen und nicht so dicht … Aber der Eine hat dann gesagt, wenn wir weg sind, könnte Ihr machen, was Ihr wollte.“ Ich hatte die Kinder gefragt, ob die Polizei aufgegeben hat, weil ich erst spät aus dem Bunker kam. Die Polizei sei sehr nett gewesen. Nur der eine Mann gestern so blöd. Der hätte so gemeckert. Wie in den vergangenen Tagen das Eis allmählich immer dicker wurde, darüber geht es im vorigen Bericht.

Die Vorhut. Zwei gegen hundert. Gutes Deeskalationstraining, aber was nützt das hier? Die beiden Polizisten versuchten hier und da zu diskutieren …

Kaum sind die beiden weg, gehen die Hockeyspiele weiter.

Das Engelbecken ist wieder in mehrere Felder aufgeteilt. Die ersten kam schon vor 8 Uhr morgens, um glatten Flächen zu schaffen. Das kann man gut vom Berlin Story Verlag aus beobachten.

Ein Mannschaftswagen. Die Fläche ist geräumt, aber man merkt schon, dass die Polizei ihre Pflicht erfüllt, aber eigentlich kein Spielverderber sein will. Sie müssen, realisieren aber auch, dass das Eis gut trägt.

Der Mannschaftswagen steht noch da, aber schon wieder sind die jungen Leute auf dem Eis. An diesem Tag geht das Katz und Mausspiel fünf Mal.

Erstaunlich, wie viele noch ihre Hockeyschläger aus den vergangenen Eisjahren haben.
Am Urbanhafen wagten sich schon einige auf dem Eis. Einen Tag später war es rappelvoll.
Schon vor acht Uhr kamen zwei zum Fegen. Besser als Netflix gucken: Schon um 9 Uhr wurde es allmählich voll.
Heute hatte ich tagsüber jedoch im Berlin Story Bunker zu tun.
Nachmittags, könnte man sagen, ist Familientag.

Die Kinder legen ein sagenhaftes Tempo vor. Dann fragen sie mich misstrauisch, warum ich fotografiere. Gestern sei nämlich so ein Mann hier gewesen, der dauernd gemeckert habe. Sie erklären aber dann auch genau, wie es heute mit der Polizei war und dass die dann nicht zurückgekommen seine – anders als gestern. Ich freue mich so über die grenzenlose Lebensfreude und kriege das OK zum Fotografieren.

Bis spät in die Nacht hinein genießen Menschen diese Idylle mitten in Berlin.

Sonntag, 14. Februar 2021. Immer noch herrschen Minustemperaturen von zehn Grad nachts und einigen Grad am Tag.

Am Sonntag reicht es den beiden Schwänen. Sie fliegen zu Spree und kommen wieder, wenn es ruhiger geworden und das Eis geschmolzen ist.

Up, up and away. —– Nachtrag Schwäne: Beziehungsstress! Das Weibchen flog zurück, dann weiter Richtung Urbanhafen, machte am Oranienplatz erschöpft schlapp und wurde von I. zum Landwehrkanal gebracht. Vom Männchen fehlt jede Spur. Wir berichten, wenn sie wieder zusammenfinden.

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