Schöne Fotos sollen für Militärdienst werben

„Sex Sells“ ist eine so alte, wie zeitlose Marketingidee. Das dachte sich auch die ukrainische Soldatin Oksnana Rubanyak. Die Zwanzigjährige ist Autorin der Gedichtsammlung „Ornamente der Geschichte“ und des düsteren Buches „In Richtung Tod“, welches von der Verteidigung der Ukraine gegen den russischen Angriff handelt. 

Oksnana Rubanyak an der Front. Quelle

Sie diente zunächst in der Freiwilligenformation der Iwano-Frankiwsk Territorialgemeinschaft №3, trat dann der ukrainischen Armee bei. Im Laufe der letzten Jahre änderten sich ihre Instagram-Bilder von typischen Bildern des normalen Teenie-Alltages in Bilder von der Front, aus Schützengräben und von Militärkonferenzen. 

Aufmerksamkeit auf die Belange der Armee zu lenken, war ihr dabei offensichtlich schon immer ein Anliegen: Crowdfunding, die Lage vor Ort erklären oder aber selber für den Dienst an der Waffe werben. In ihrer aktuellen Kampagne wirbt sie nicht in Uniform, sondern im Kleid für die Armee.  „Füll das Formular [für die Armee] ruhig aus! Glaub mir, du hattest nie so eine Kommandantin“ – steht unter dem Bild in ihrer Instagram-Story. 

Oksnana Rubanyak im Kleid. Foto: Lola Laks, Make-up: Olga Romanetss

Sie kommentiert die Bilderserie mit den Worten: 

„Als ich dieses Kleid im Dezember 2022 via Starlink bestellte, lachte mein Kollege und fragte, wo ich es denn tragen würde. Worauf ich antwortete – Seine Zeit wird kommen.

Ich hatte nie die Chance, oder besser gesagt die Gelegenheit, es zu einem besonderen Anlass zu tragen, aber ich hatte Zeit, mein ziviles Ich in der Linse von Lola Laks zu bewahren.

Ehrlich gesagt, bin ich es nicht gewohnt, mich so zu sehen. Sauber, ohne Uniform, schön. Wenn ich mir diese Fotos ansehe, habe ich das Gefühl, dass ich das nicht bin. Ich habe nicht meine üblichen Stiefel, Uniform und Munition dabei.

Und wenn die Leute fragen: ‚Oksana, tut es dir nicht leid, dass du deine besten Jugendjahre bei den Streitkräften verbracht hast?’, antworte ich: ‚Wenn es allen leid täte, würden wir jetzt nicht Ukrainisch sprechen.‘

In Erinnerung an die ‚besten Jahre meiner Jugend‘. Ich atme in diesem Leben mit voller Brust, solange mein Herz schlägt. Ich lebe mein Leben, solange es andauert.

Wie mein Freund mir jedes Mal sagt, wenn wir uns treffen: ‚Blühe, Blume‘.“

Vielfältige Ideen

Stofftier Woggy – Crowdfunding-Kampagne der Wog Tankstellen

Dass man in der Ukraine kreativ sein muss, ist lange bekannt. Es gibt Merchandising-Shops, wie Saint Javelin oder Crowdfunding-Kampagnen für Randpanzer von Tankstellen.

Ob diese Aktionen zu mehr Soldaten führen, wird die Zeit zeigen. Aufmerksamkeit für Ihr Thema erzeugt Oksana mit dieser Aktion definitiv. 

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