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Selbstmord 1945 im Bunker — Hitlers Asche schwamm hier

Da schwamm Hitlers Asche. Harald Sandner gibt an der Schweinebrücke bei Magdeburg ein Interview. Er kennt das Leben Hitlers am Genauesten. Dort wurde 1970 auf Befehl des Kremls Hitlers Asche in einen Zufluss der Elbe gekippt. Heute vor 76 Jahren beging er im Führerbunker Selbstmord.

Sein Selbstmord war angekündigt. Die Lakaien wussten Bescheid, trugen seine Leiche und die von Eva Hitler durch den Gartenausgang des Bunkers zum Verbrennungsplatz und zündeten sie mit 200 Liter Benzin an, das schwer zu besorgen war. Heute weiß man, dass man einen Grillrost braucht, weil das Feuer sonst nicht genug Sauerstoff bekommt. Die Leichen waren also verkokelt, in der Grube aber nicht richtig verbrannt.

Dann kam die Rote Armee, grub die Leichen aus – aber weil man meinte, Hitler schon woanders gefunden zu haben, gleich wieder ein. Später wurde Hitler in Berlin-Buch vom Chefpathologen der Roten Armee seziert. Am Gebiss konnte man ihn identifizieren. Er hatte nur einen Hoden. Wo heute das Krankenhaus ist, war damals die sowjetische Kommandantura. Das Gebäude der Pathologie gibt es noch. Und so ging es weiter

Damals wurde die Leiche Hitlers in der Pathologie in Buch seziert. Momentan wird das Gebäude restauriert.

Berlin, 3. Juni 1945: General Mesik reist aus Moskau an. Es erfolgt die fünfte Exhumierung und der Transport ca. 125 Kilometer weit nach Rathenow. Am Ortsrand werden die Leichen in einem Wald zum sechsten Mal begraben. Zur Tarnung werden Kiefern aufs Grab gepflanzt …

… Rathenow, Dezember 1945: Auf Befehl von Generalleutnant Selenin werden die menschlichen Überreste heimlich ausgegraben und nach Magdeburg geschafft (siebte Exhumierung). Es erfolgt der Transport ca. 65 Kilometer weit nach Magdeburg in die Westendstraße 32 (heute Klausener Straße 32).

Im Hof hinter diesem Haus in Magdeburg waren die Reste Hitlers bis 1970 vergraben. Das Gelände wurde dann von der sowjetischen Armee an die DDR übergeben – und man hatte noch eine Leiche im Keller, die weg musste.

… Moskau, Freitag, 13 März 1970: Im Brief Nr. 655A schreibt KGB-Chef Juri Andropow an Partei- und Staatschef Leonid Breschnew, da die Garnisonstadt Magdeburg an die Behörden der DDR übergeben werden soll: „Vor dem Hintergrund möglicher Bau- und anderer Erdarbeiten auf diesem Territorium, die zur Entdeckung der Gräber führen könnten, hielte ich es für zweckmäßig, die Überreste zu beschlagnahmen und sie auf dem Weg der Verbrennung zu vernichten. Die angeordnete Maßnahme wird streng konspirativ von Kräften einer Sondereinsatzgruppe des KGB in der 3. Armee der Truppen der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland durchgeführt und in der nötigen Form dokumentiert.“
Der Name „Hitler“ ist handschriftlich eingetragen worden, damit kein Dritter, auch keine Sekretärin, etwas erfährt. Der Vorgang trägt den Decknamen Operation Mythos“.

Magdeburg, Samstag 4. April 1970: Am Abend beginnen Wladimir Gumenjuk und Major Schirokow mit der Vorbereitung der Exhumierung und fangen an zu graben. Der Chef der Einheit Oberst Kowalenko sichert das Gelände mit der Waffe in der Hand.

Sonntag, 5. April 1970: Drei Soldaten warten im Wagen bei laufendem Motor. Nach der Verbrennung kehrt Gumenjuk die Asche zusammen und fegt sie in einen Sack.

… Die drei Soldaten fahren … zur Schweinebrücke in die Magdeburger Straße westlich der Ortschaft Biederitz und schütten die Asche in den Fluss Ehle.

Harald Sandner hat mit 2.432 Seiten das umfangreichste Werk über Hitler geschrieben, das Hitler-Itinerar, Hitler Tag für Tag, eine Art Dienstkalender. Dieses Standardwerk erschien im Berlin Story Verlag.

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