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Weitere mutmaßliche IS-Terroristen festgenommen

Hildesheim – Wie der Generalbundesanwalt mitteilt, sind, wie erst vor wenigen Tagen, mutmaßliche IS-Terroristen in Deutschland festgenommen worden.

Am heutigen Dienstag wurde der bereits vor einer Woche erlassene Haftbefehl gegen die Deutsch-Libanesin Fadia S. in Essen, sowie den Deutsch-Libanesen Rabih O. in Hildesheim vollstreckt und ihre jeweiligen Wohnungen durchsucht.

Fadia S. verließ Deutschland am 15. August 2015 mit ihren vier Kindern, um sich der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat in Syrien anzuschließen. Ihr Mann Ahmad S. war bereits dort. Zunächst wohnten sie gemeinsam in einer Wohnung in Ar-Raqqa, später bezogen sie ein Haus, welches ihnen vom IS zur Verfügung gestellt wurden. Die bisherigen Bewohner waren vor dem IS geflohen oder ermordet worden. 

Als Familie beherbergten und bewirteten sie andere IS-Mitglieder, zudem betreuten sie andere deutsche Frauen, deren Ehemänner sich im Kampfeinsatz oder in Trainingslagern der Terroristen befanden. Ihre Kinder erzog Fadia S. im Sinne der Terroristen.

Anfang 2018 reiste die Familie mit ihren mittlerweile fünf Kindern in die Türkei aus und später weiter nach Deutschland. 

Rabih O. ist Fadia S.‘ Schwager. Seinen Bruder unterstütze er logistisch und finanziell, nachdem sich dieser den Terroristen angeschlossen hatte. Seine Schwägerin und deren Kinder fuhr er zum Flughafen nach Hannover, als diese zum IS zogen.

Mitte 2015 übergab Rabih O. einem Mittelsmann zwei Handys, sowie zwei Tablets, um diese zu IS-Mitgliedern nach Syrien zu transportieren. Ein weiterer Mittelsmann verkaufte Technik für insgesamt 880 US-Dollar, die er Ahmad S. übergab.

Zwischen August und Dezember 2015 richtete Rabih O. für Ahmad S. ein WhatsApp- sowie ein Telegram-Konto ein. Auf diesem Wege kommunizierte Ahmad S. mit Personen, die sich den Terroristen anschließen wollten und bereits auf dem Weg nach Syrien waren.

Schließlich sendete Rabih O. über Mittelsmänner 17.000 Euro an Ahmad S., der dieses Geld für die terroristische Organisation verwenden sollte.

Die Festgenommenen wurden heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen den Haftbefehl eröffnete und über den Vollzug der Untersuchungshaft entschieden hat.

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