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Urlaub in Kurdistan

„Ich weiß eigentlich gar nichts über Kurdistan“ – so begann der Journalist Holger Klein einen seiner Podcasts.

Und so geht es den meisten Menschen in Deutschland. Einige erinnern sich an Karl Mays Werk Durchs Wilde Kurdistan, andere denken an den Krieg gegen die Terrororganisation Islamischer Staat oder die Giftgasangriffe von Saddam Hussein. Um so überraschter sind sie, wenn sie Bilder der autonomen Region Kurdistan im Norden des Irak sehen, kurz Kurdistan: Shopping Malls, Freizeit Parks, Kartbahnen, Buchcafés und Spa Resorts. Daneben einige der ältesten Gebäude der Welt. Die Zitadelle von Erbil wird seit mehr als siebentausend Jahren durchgehend bewohnt, der Friedhof an der Sharnaya Cave existiert seit mindestens zehntausend Jahren. 

Kurdistan ist nicht Irak

Eine häufige Frage an Kurdistanreisende ist, was mit „dem Krieg“ sei. Fragt man dann, welcher Krieg gemeint sei, so fällt den Fragenden schnell auf, dass sie es eigentlich selber nicht wissen. Aber die Assoziation „Irak = Krieg“ ist auch nicht ganz falsch. Es gab dort dauernd Kriege und bewaffnete Konflikte, eine schlimme Diktatur, viel Leid. Doch die Entwicklung in Kurdistan-Irak ist gerade seit 2003 eine andere. Nachdem Saddam gestürzt und getötet wurde, blühte das Leben in dieser Region auf. Kurdistan hat eine eigenes Parlament, eine eigene Regierung sowie eigenes Militär und eigene Polizei. Lokale Gesetze weichen teilweise von den irakischen ab. So hat man das im Irak geltende Verbot von Miniröcken und Alkohol nicht übernommen. Immer wieder fragen Leute, ob man hier ein Kopftuch tragen müsse. Dies beantwortete ein lokaler Zollbeamter mal mit den Worten „Warum? Sieht das hier aus wie ein Piratenschiff?“.

Vor zwanzig Jahren gab es noch täglich stundenlange Stromausfälle, das Wasser war Bakterien-verseucht und die Infrastruktur wenig ausgebaut. Noch 2010 musste man in Hotels fragen, ob das Wasser gefiltert würde. Wenn nicht, konnte man sich als westlicher Tourist nicht mal die Zähne damit putzen, ohne sich Krankheiten einzufangen. Der Ausbau der Infrastruktur ist noch lange nicht abgeschlossen. Das Autobahnnetz besteht gerade erst, Zugverbindungen gibt es keine. Dabei konnte man vor 100 Jahren vom Anhalter Bahnhof in Berlin bis in die kurdische Hauptstadt Erbil durchfahren. Derzeit kann man jahrtausendealte Bausubstanz neben modernen Wolkenkratzern sehen. Man kann in den Bergen Ski fahren, in den großen Seen Wasserski und man kann Gleitschirm fliegen oder in die Museen gehen. Auf den Straßen dazwischen kann man die schönsten Schlaglöcher Kurdistans direkt neben modernen Autobahnen bestaunen. 

Ist noch Krieg?

Der Krieg gegen Saddam ist lange vorbei. Der Krieg gegen den Islamischen Staat fand nicht wirklich in der autonomen Region Kurdistan statt. Er fand an der Grenze zwischen Kurdistan-Irak und dem Rest-Irak sowie in den kurdischen Gebieten in Syrien statt. Die großen kurdischen Städte im Irak – Dohuk, Erbil und Sulaymannia – waren davon nie betroffen. Die Sicherheitslage ist exzellent, vor allem, da man sich keine Sorge um Taschendiebe machen muss, welche in anderen touristischen Gegenden ein immer größeres Problem werden. Nach zehn Jahren vor Ort sehe ich Süßigkeiten als die größte Gefahr für die touristische Gesundheit, gefolgt vom Straßenverkehr und der Luftqualität. In den Großstädten Kurdistans habe ich weniger gefährliche Situationen mitbekommen als zu Hause in Berlin. In Berlin habe ich eine Schießerei auf der Straße sowie die Folgen des Terroranschlages am Breitscheidplatz gesehen. 

Flug, Hotel, Leihwagen, Geld

Man kann fast täglich von allen großen Flughäfen aus nach Erbil und mehrmals pro Woche nach Sulaymanniah fliegen. Es gibt Direktverbindungen, Verbindungen zum Umsteigen, bekannte große, sowie unbekannte kleine Airlines. Es hängt einfach von der persönlichen Präferenz ab. Hotels kann man im Vorfeld buchen, muss man aber nicht. Es gibt eigentlich immer freie Zimmer und viele der Hotelportale bieten eine kostenlose Stornierung bis zum Anreisetag an. Ich buche meist nur die erste Nacht und sehe dann, wie es weiter geht. Hotels gibt es in allen Preisklassen. In Erbil gibt es z.b. das Fareeq Hotel, welches es derzeit inklusive Frühstück für 29€ gibt. Einfach, aber sauber. Aufsteigend sind auch das Erbil View, Cristal oder in der Oberklasse das Diva zu empfehlen. Schlecht ist keines der Hotels, aber die Ausstattung unterscheidet sich sehr.

Am Flughafen gibt es die üblichen Leihwagenanbieter mit marktüblichen Preisen. Sofern man auch ausserhalb der Stadt unterwegs sein will, bietet sich ein Wagen mit Allradantrieb an. Ohne geht es auch, mit ist es aber regelmäßig einfacher. Kleinere Geländewagen kosten zwischen 80 und 100 Dollar pro Tag, Kleinwagen sind entsprechend günstiger. Die Fahrzeuge werden oft in Dollar ausgezeichnet und dann zum jeweiligen Kurs umgerechnet. Man kann mit Kreditkarten zahlen.

In den großen Malls gibt es oft eine Reihe von Geldautomaten. Einer davon bietet Barauszahlung für Kreditkarten an. Ansonsten empfiehlt es sich ausreichend Bargeld mitzunehmen. Auf dem Basar gibt es oft kombinierte Mobilfunk- und Geldwechselstuben. Kleine Stände, vielleicht einen Quadratmeter groß, mit großen Geldbündeln in der Auslage. Dort kann man alle gängigen Währungen zum aktuellen Google Kurs hin und her wechseln.

Anreise und Visa

Die Anreise aus Deutschland erfolgt per Flugzeug von allen großen Flughäfen mit einem halben Dutzend Fluggesellschaften und täglichen Flügen. Immer wieder findet man neben den großen Airlines auch kleinere, welche in den Preisvergleichen nicht auftauchen. So kann man, bei flexiblerer Reisezeit, immer wieder günstig mit Iraqi oder FlyErbil fliegen. Um ein Visum braucht man sich keine Gedanken zu machen, dieses erhält man bei der Einreise für 15 Tage. Für die meisten Länder der Welt stellt dieser Stempel kein Problem dar. Lediglich bei der Einreise in die USA kann an im Vorfeld zu längeren Befragungen kommen. 

Auf der Seite des Auswärtigen Amtes wird erklärt, man brauche ein Visum (stimmt nicht) und von Reisen in den Irak wird dringend abgeraten. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass der Irak als Ganzes betrachtet wird und man die desolate Sicherheitslage in Bagdad als Messlatte nimmt.

Sprache, Ortsnamen und Navigation

In Kurdistan werden verschiedene kurdische Sprachen gesprochen. Am häufigsten Sorani und Baidini. Die meisten Menschen sprechen auch arabisch, viele englisch, wenige deutsch. In den Hotels, Reisebüros und großen Geschäften findet man immer englischsprachige Mitarbeiter. Im Alltag macht das jedoch selten Probleme, da die Leute hier nicht nach Problemen, sondern nach Lösungen suchen. Wenn man in ein Taxi steigt, wird man kaum ein Flugticket buchen wollen und wenn man ins Hotel kommt wird man kaum einen Computer kaufen wollen. Die Kurden gehen also von der wahrscheinlichsten Möglichkeit aus und helfen einem mit Händen und Füssen ans Ziel zu kommen. 

Die Transkription der Schilder kann immer wieder zur Verwirrung führen. Gerade die Vokale scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen. So kann die kurdische Hauptstadt Erbil auch Arbil, Irbil oder Hawler heissen. Hawler ist dabei der kurdische Name, die anderen drei Transkriptionen des arabischen. Während Google und Apple Maps die wichtigsten Teile des Landes gut abdecken, bieten beide keine sinnvolle Navigationsmöglichkeit an. Der klassische Weg früher war, einfach los zu fahren und an der nächsten Ecke das gewünschte Ziel aus dem Fenster zu rufen. Es hat sich immer ein Kurde erbarmt und in die richtige Richtung gezeigt. So bin ich noch 2013 Strecken von hunderten Kilometern gefahren. Und ich kam an! Heute gibt es mit Apps wie maps.me die Möglichkeit, Karten offline zu nutzen und auf diesen auch korrekt zu navigieren. 

(Mobiles) Internet

Schon am Flughafen gibt es Buden der lokalen Mobilfunkanbieter. Die Tarife sind ähnlich, zwei Anbieter haben sich besonders bewährt. Braucht man eine gute Abdeckung in ganz Kurdistan, so sollte man Korek nehmen. Reicht einem eine Abdeckung der wichtigsten Bereiche, kann man auf das schnellere FastLink zurückgreifen. Die Angebote sind Prepaid. Für unlimitierte 4G Daten zahlt man ca. 20€ pro Monat. Viele Cafés und Hotels bieten zusätzlich kostenfreies Wifi an.

Straßenverkehr, Tanken, Parken

Der Straßenverkehr ist gewöhnungsbedürftig und folgt eigenen Regeln, welche man aber schnell lernt. Wer früher in Paris oder Rom Auto gefahren ist, dürfte keine Probleme haben. Zunächst sollte man auf einen kontinuierlichen Verkehrsfluss achten. Keine plötzlichen Spurwechsel, keine plötzliches Anhalten. Auch an Einmündungen und Kreuzungen fährt man im Normalfall langsam weiter und schiebt sich einfach in den fließenden Verkehr. Die dort fahrenden Fahrzeuge machen Platz. Umgekehrt muss man selber auf ankommende Fahrzeuge achten. Inzwischen werden Ampeln beachtet und es kommt in Mode, den Blinker zu benutzen. Die Abstände zwischen den Fahrzeugen sind oft sehr gering, Unfälle sind dennoch selten. Es gibt inzwischen erste Autobahnen, viele Landstraßen sind aber weiterhin mit einer Spur pro Richtung und vielen Schlaglöchern ausgestattet. Überholt man einfach nicht, so dauert die Fahrt länger, aber man kommt bequem und sicher an. Überholmanöver auf den Landstraßen sind in Kurdistan weiterhin die Ursache der schwersten Autounfälle. Oft frontal, mit hoher Geschwindigkeit und ohne angeschnallt zu sein. Einen Rettungsdienst gibt es, anders als in Deutschland, nicht. Man sollte hier also wirklich vorsichtig sein und es auf nichts ankommen lassen.

Ist der Tank leer, so gibt es unzählige große und kleine Tankstellen. Man bleibt im Fahrzeug sitzen, öffnet die Tankklappe und stoppt den Motor. Oft wird hier kaum englisch gesprochen, aber mit den Worten „full“ und „super“ bzw „Diesel“ kommt man zum Ziel. Die Tankanzeigen können die hohen kurdischen Beträge oft nicht darstellen, weswegen einfach ein bis zwei Ziffern weniger gezeigt werden. Je nach Tankgröße sollte ein Betrag zwischen 20.000 und 50.0000 irakischen Dinar raus kommen. Die Anzeige könnte also auch 20$-50$ oder 200$-500$ Dollar zeigen. Kreditkarten werden hier in den seltensten Fällen angenommen – selbst wenn es auf Schildern beworben wird. Man kann den Tankwarten aber guten Gewissens ein Bündel Geld hinhalten. Sie nehmen immer nur den geschuldeten Betrag. Selbst Trinkgeld wird in den meisten Fällen nicht akzeptiert. 

Parken kann man an sich überall, wo Platz ist. Sollte man dort eigentlich nicht parken, so wird es einem jemand sofort sagen. Es gibt gerade in den Innenstädten kommerzielle Parkhäuser und Parkplätze. Oft kosten diese pauschal ein bis zwei Euro, welche man bei der Einfahrt zahlt. Auch hier reicht es, ein paar 1.000-Dinar-Noten hinzuhalten und das Gegenüber den korrekten Betrag nehmen zu lassen. Sollte der Parkplatz voll sein, so ist es üblich, den Schlüssel dort zu lassen, damit das Auto bewegt werden kann. Hierbei habe ich nie erlebt, dass das Auto beschädigt wurde, oder etwas gefehlt hat. Sobald man zurückkommt, zeigt man auf sein Auto und erhält den Schlüssel – oder nimmt ihn selber aus einer Schlüssel-Schüssel, die dort steht.

Als Frau? Kopftuch? Alkohol? Unverheiratete Paare?

Immer wieder kommt die Frage auf, ob Frauen Kopftuch tragen sollten. Es gibt darauf zwei gängige Antworten: „Da ist ein freies Land. Natürlich darfst du ein Kopftuch tragen, wenn dir danach ist.“ oder „Wieso? Sieht das aus wie ein Piratenschiff!?“. Kurz gesagt: Nein. Der Iran ist nebenan, die besuchte Region ist Kurdistan-Irak. Als Frau alleine zu reisen. stellt auch keine Probleme dar, wie Kolleginnen berichten. Unverheirateter Paare können ein Zimmer teilen, man kann in den größeren Restaurants Alkohol trinken und es gibt Alkohol-Geschäfte. Es ist nur weniger üblich, als bei uns. 

Kinder und Kondome

In den großen Supermärkten gibt es von Kondomen über Binden und Tampon bis hin zu Windeln und Babyessen alles, was man brauchen könnte.

Auch in der Öffentlichkeit rennen oft viele Kinder rum. Niemand fühlt sich gestört, irgendwer achtet schon drauf. Wenn ein Kind hinfällt, hebt es jemand auf und tröstet es, egal ob es das eigene ist, oder nicht. Ein sehr herzlicher Umgang miteinander. Die Kinder in den großen Städten sind Ausländer gewöhnt: Soldaten, Erdölunternehmer, NGOs, wenige Touristen. Dennoch kann man ungewollt zur Attraktion werden. Gerade blonde Frauen werden immer wieder fasziniert von den Kindern angestarrt. Ein Mädchen erklärte mir: Klar kenne sie blondierte Frauen. Aber echte blonde Haare hat doch sonst nur die Eisprinzessin aus dem Disneyfilm Frozen. Sie konnte also sozusagen ihren Star treffen.

10 Dinge, die man in Kurdistan gesehen haben muss

Es gibt unzählige Dinge, die man in Kurdistan erlebt oder gesehen haben sollte. Hier eine nicht wertende, sondern geographische Reihenfolge einiger Empfehlungen.  

Zitadelle in Erbil

Die Zitadelle von Erbil, das Zentrum der Stadt, ist seit siebentausend Jahren bewohnt. Damit ist Erbil die älteste durchgehend bewohnte Stadt der Welt. Vor der Zitadelle kann man in Cafés Baklava und Tee genießen und dabei den Blick über den Jahrtausende alten Basar schweifen lassen. Auf der Zitadelle selbst gibt es mehrere Museen und Ausstellungen zur Geschichte der Kurden. Die Zitadelle wird seit 2006 restauriert und Teile des Gebäudekomplexes auf Basis der historischen Bausubstanz wieder zum Leben erweckt. Seit 2014 gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe.

Basar

Es gibt unzählige alte Basare in Kurdistan. Zu den schönsten und größten zählen die in Erbil, Sulayymaniah sowie Dohuk. In Erbil schlängeln sich die Gänge wie ein Labyrinth durch einen ganzen Häuserblock. Der Basar ist thematisch aufgeteilt: Lebensmittel, Handwerk, Gold, Kinderspielzeug, Haushaltswaren und vieles mehr. Er ist sozusagen der Vorläufer von eBay und Amazon. In Ermangelung eines vollständigen Postsystems sind diese Internetanbieter in Kurdistan nicht relevant, der Basar übernimmt also bis heute diese Aufgabe. Die Preise sind manchmal angeschlagen, sonst werden sie auf einem Taschenrechner gezeigt. Man kann feilschen, wird aber auch als Tourist keine übermäßigen Preise zahlen, wenn man es nicht tut. Auch hier kann man davon ausgehen, dass das Wechselgeld immer korrekt und vollständig gegeben wird. Der Gewinn wird durch ein gute Kalkulation erreicht, nicht durch Übervorteilen der Touristen. Vor Taschendieben braucht man auch hier keine Sorge haben. Andere zu bestehlen gilt schlichtweg als unhöflich.

Freizeitparks

In den großen Städten und an den großen Malls befinden sich Freizeitparks. Chaviland in Sulaymannia lädt mit seinen großen Wiesen am Hang zum Picknicken ein, auf der Spitze des Berges gibt es ein Restaurant. Ein Stück weiter befindet sich der größte Städteschriftzug der Welt – größer als der berühmte „Hollywood“ Schriftzug.

Eine Besonderheit hat das Majidi Land in Erbil zu bieten. Hier gibt es einen rund 5.000qm großen Dino-Park. (Fast) lebensgroße animatronische Figuren stehen in einem überdachten Park und bewegen sich. 

Shanadar Park

Wenn die Sonne untergegangen ist kann man den Tag hervorragend im Shanadar Park ausklingen lassen. Dieser ist mit vielen bunten Lampen beleuchtet, bietet einen Kinderspielplatz, eine große Seilbahn in den benachbarten Park und und einen Aussichtspunkt. An den kleinen Ständen kann man Snacks und Getränke kaufen.

Shanidar-Höhle und Barzan

In Barzan entstand vor Jahrhunderten die Idee des friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens in Kurdistan. Bis heute ist hier das Jagen von Tieren und das Abholzen von Bäumen verboten. Die endlosen Landschaften laden zum Wandern am Ufer des großen Zab ein. In Barzan befindet sich auch die Shanidar-Höhle. Hier wurden 60.000 Jahre alte menschliche Knochen  sowie ein 10.600 Jahre alter Friedhof gefunden.  

Wasserfall Gali Ali Bag

Wasser steht für den Quell des Lebens. Daher sind Wasserfälle beliebte Ausflugsziele in Kurdistan. Einer der bekanntesten Wasserfälle ist Gali Ali Bag. Es lohnt sich, diesen Ausflug an einem sonnigen Tag zu unternehmen. Dort kann man mit kleinen Booten unter dem Wasserfall her fahren und in den Restaurants am Ufer essen gehen.

Skigebiet Mount Korek

Direkt neben dem Wasserfall Gali Ali Bag befindet sich das Ski-Resort Mount Korek. Im Winter kann man hier den Schnee vor der gemieteten Villa bewundern, während man auch im Sommer die tolle Aussicht genießen kann. Man parkt auf halber Höhe des Berges und fährt den Rest der Strecke mit der Seilbahn. Von der Terrasse des Restaurants aus kann man atemberaubende Sonnenuntergänge beobachten. 

Saddams Foltergefängnis Amna Suraka

Eines der dunkelsten Kapitel der kurdisch-irakischen Geschichte kann man im Amna Suraka, dem Roten Haus nachvollziehen. Dieses in Kooperation mit der DDR gebaute Foltergefägnis war eines der berüchtigtsten Kurdistans. An den Wänden kann man die konservierten Nachrichten der  damals gefangenen und gefolterten lesen. Sie lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Auf dem gleichen Gelände befindet sich auch das Museum für die Gefallenen im Kampf gegen den IS

Das Museum für die Gefallenen im Kampf gegen den I.S.

In dem bereits 2016 eröffneten Museum wird zunächst die Geschichte der Angriffe Saddams auf die Kurden erzählt. Anschließend folgt der Krieg gegen den islamischen Staat. Es gibt viele originale Gegenstände des IS. Auf Bildschirmen werden unzensierte Aufnahmen des Kampfes gezeigt. In einer Abteilung wird allen Journalisten gedankt, die ihr Leben riskiert haben oder gar getötet wurden, um die Wahrheit über diesen grausamen Krieg in die Welt zu bringen. Es ist sehr hart und sehr traurig. Die Ausstellung schliesst mit einer großen Tafel auf der in dutzenden Sprachen steht „Wir wollen Frieden“.

Halabja-Monument

Nur eine Stunde von Sulaymannia entfernt befindet sich an der iranischen Grenze der Ort Halabja. Der Name steht synonym für die Giftgasangriffe Saddam Husseins in den 1980er Jahren. Deutsche Unternehmen lieferten gerne alles benötige, ein Unternehmer erhielt das Bundesverdienstkreuz. Die Fotos und Videos sind grausam, die Geschichte jedoch wichtig. Nach Anmeldung kann man eine Führung von Überlebenden oder Hinterbliebenen erhalten. Diese sind äußerst bewegend. 

Abreise

Man sollte für die Abreise einige Zeit einplanen. Zwei Stunden vor Abflug am Flughafen anzukommen kann durchaus nötig sein. Man fährt zunächst auf den Flughafen zu, biegt dann jedoch rechts zur ersten Kontrolle ab. Hier stehen bewaffnete Soldaten und Hunde. Die Autos stellen sich auf mehreren Spuren hintereinander auf, es werden immer ein paar gleichzeitig kontrolliert. Man steigt aus dem Fahrzeug aus, lässt alle Türen und den Kofferraum offen. Männer werden kurz am Rand der Spur auf Waffen kontrolliert, Frauen gehen in eine kleine Kabine in der Mitte, die an eine große Baustellentoilette erinnert. Die Soldaten und Hunde kontrollieren das Fahrzeug grob und signalisieren einem dann, dass man weiter fahren kann. Man kann hier nicht viel falsch machen und die Sicherheitskräfte sind entspannt. Als der IS vor den Toren Kurdistans stand wurde die Zufahrt zusätzlich mit schweren MGs gesichert, in deren Läufe man beim Warten blickte. 

Von hier aus fährt man geradeaus auf das Terminal zu, biegt jedoch auf halber Strecke nach links auf einen Parkplatz ab. Hier lassen einen die meisten Taxis aussteigen und man kann seinen Leihwagen abgeben. Man durchläuft eine weitere Sicherheitskontrolle und steigt in einen Bus um, welcher einen zum Terminal bringt. Dort angekommen durchläuft man eine zweite Sicherheitskontrolle und gelangt im Gebäude zum Checkin. Von dort aus folgen je nach Sicherheitslage ein bis zwei weitere Kontrollen, bis man sein Gate erreicht hat.

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