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Iran testet die US-Flugabwehr im Irak

Mit dem Iran verbündete Milizen im Irak haben am Samstag erneut einen US-Militärstützpunkt im Irak angegriffen. Diesmal traf es den Luftwaffenstützpunkt Ain Al-Asad, etwa 160 km westlich von Baghdad.

Ain Al-Asad Airbase. Foto: Cpl. Alicia M. Garcia
Ain Al-Asad Airbase. Foto: Cpl. Alicia M. Garcia

Der Angriff erfolgte vermutlich als „Vergeltung“ für einen israelischen Luftangriff, bei welchem fünf Offiziere der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) in Damaskus getötet wurden. Unter den Toten befand sich ein ranghoher General der Quds-Truppen sowie ein hochrangiger Geheimdienstoffizier. Aus Sicht des Iran macht es keinen Unterschied, ob man die Soldaten eines Landes oder Soldaten von deren Verbündeten tötet. Sie werden als eine Gruppe von Feinden angesehen. 

Nach Aussage von Kräften vor Ort wurden die anfliegenden ballistischen Raketen mit der Patriot Flugabwehr abgefangen, welche zeitweise an ihre Lastgrenze geriert. Dies spricht dafür, dass die Iraner gezielt testen, welche Menge Raketen und Drohnen welcher Art mit den verschiedenen Abwehrsystemen abgefangen werden können. Ist das genau ermittelt, wird ein weiterer Angriff geplant, bei welchem die Flugabwehr komplett überlastet wird, sodass einzelne Raketen ihr Ziel erreichen.

Es ist davon auszugehen, dass der Iran das Ziel hat, US-Soldaten im Irak zu töten. Die Idee dahinter ist, dass die US-Bevölkerung daraufhin weniger Verständnis für solche Missionen hat und Druck auf die US-Regierung ausübt, die Soldaten aus diesen Gebieten abzuziehen.

Der Iran hat seit Jahren immer wieder seine Milizen im Irak und Syrien genutzt, um die jeweiligen US-Stützpunkte dort anzugreifen. Nun erhöht sich seit Wochen die Zahl und die Intensität der Angriffe. Der Iran möchte die Amerikaner so schnell wie möglich aus den benachbarten Ländern drängen.

Sollten die USA den Irak und Syrien verlassen, wirft dies weitere Fragen auf. Zum Beispiel, was aus der kurdischen Bevölkerung wird. Die Autonome Region Kurdistan im Irak verfügt bisher über eine eigene Regierung, eigene Gesetze, eigene Wahlen und eine eigene Armee. Die irakische Regierung ist lange vom Iran unterwandert, welchem die Kurden mit ihrer engen Verbindung zu den USA ein Dorn im Auge sind. Es ist zu befürchten, dass ein Irak ohne USA einen weiteren Bürgerkrieg zwischen den ehemaligen Opfern Saddams und seinen ehemaligen Gefolgsleuten zur Folge hätte. 

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