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Starke US-Militär-Präsenz im irakischen Luftraum

Irakische Antiterror-Einheit. Foto: Barzan Sadiq

Dem Irak stehen erneut unruhige Tage bevor. Seit dem 22. Dezember 2020 gab es auf der amerikanischen Airbase in Erbil mehr Aktivität als üblich. Es gab Tests diverser Hubschrauber (Blackhawk, Apache, Chinhook) sowie der dort stationierten Flugzeuge (Aufklärungsflugzeug MC-12, Kampfjet F-16). Die Überwachung der Gebiete bis Bagdad wurde verstärkt. Es war anzunehmen, dass eine größere Operation bevorsteht.

Am 25. Dezember 2020 wurde der Anführer der Asa’ib-Ahl-al-Haqq-Miliz im Irak festgenommen. Die Miliz wird für die aktuellen Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad verantwortlich gemacht. Die Asa’ib-Ahl-al-Haqq-Miliz gehört zur al-Ḥashd ash-Shaʿbī, also zu den Volksverteidigungskräften, welche im Irak operieren und eng mit den Sicherheitsorganen dort verwoben sind, jedoch vom Iran gelenkt werden. 

Haftbefehl

Als Folge dieser Festnahme rief die Miliz zur Generalmobilmachung gegen das US-Militär auf und gab den irakischen Behörden eine Frist von 48 Stunden, um den Festgenommenen wieder frei zu lassen. Dass die vom Iran gelenkten Milizen im Irak mächtig sind, zeigt sich immer wieder. So kontrollieren sie seit Langem maßgeblich die Millionenstadt Mossul, aus der wir im Januar berichteten. 

US-Tankflugzeuge

Die irakische Armee mobilisierte sofort ihre Antiterroreinheit, welche in Bagdad Präsenz zeigen sollte. Von verschiedenen Flughäfen (unter anderem in Zypern und Qatar) starteten mindestens sechzehn Tankflugzeuge, welche über dem Irak kreisten. 

Amerikanisches Aufklärungsflugzeug (SigInt) in Erbil (Archiv)

In Erbil und bei Bagdad starteten Hubschrauber und Aufklärungsflugzeuge, in Saudi-Arabien ein Flugzeug zur Luftüberwachung (AWACS), von den Kollegen vor Ort wurden die Starts mehrerer F-16 Kampfjets berichtet. Zusätzlich flogen an der Grenze zur Türkei türkische Drohnen, diese beobachten aber die PKK im Grenzgebiet und haben nichts mit den schiitischen Milizen zu tun. 

Seit 0 Uhr wird es wieder ruhiger, wie uns aus Bagdad und Erbil berichtet wird. Wen die Tanker genau betankt haben und ob die Kampfjets Ziele angegriffen haben, ist bisher nicht bekannt.

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